Neue Sonderausstellung der Städtischen Museen Zittau

Text: 

6.10. – 2.3.2019

Tief verwurzelt. Der Zittauer Stadtwald
Eröffnung: Samstag | 6.10. | 15 Uhr

Zurück zu den Wurzeln - die neue Sonderausstellung nimmt diesen Ausdruck diesmal wörtlich. Der Zittauer Stadtwald ist ein jahrhundertealtes Geflecht aus geschicktem Agieren der Bürgerschaft, der hölzerne Grundstock der Stadtbebauung und Wirtschaft, die grüne Lunge, Lebensraum für Wildes, Wasserreservoir, touristischer Dauermagnet, künstlerisches Lieblingsmotiv und der Ort, wo die Seele richtig baumeln kann.

Die Schau zeigt auf, dass die Stadt und ihre Bewohner mit ihrem Wald tief verwurzelt waren und sind. Unsere Wahrnehmung vom Wald ist eine komplexe Reflektion aus Erfahrung, kulturellem Gedächtnis, vergangenen Ereignissen und historischen Akteuren.

Heute umfasst der Zittauer Stadtwald ein Gebiet von etwa 4.200 Fußballfeldern, auf dem sich Rehe, Wildschweine, Buntspechte, Hirschkäfer und viele andere Lebewesen tummeln. Seit kurzem ist auch der Wolf wieder heimisch. Aber auch ungebetene Gäste gibt es, die sogenannten Neophyten. Diese eingeschleppten Pflanzen, wie z.B. der „Gewöhnliche Japan-Knöterich“ oder der „Riesen-Bärenklau“ verdrängen heimische Arten oder sind sogar gesundheitsschädlich für den Menschen. Hauptsächlich Fichten und Buchen überragen heute mit ihrem dichten Blätterdach das grüne Farn und die leckeren Wildbeeren. An einigen Stellen im Wald sind noch Windbruch und Frostschäden sichtbar. Vor gut 100 Jahren hat die Nonne, ein Schmetterling, große Schäden angerichtet, indem die Knospen und Nadeln der Fichten und Kiefern gefressen wurden und das zum Absterben des Baums führte. Ähnlichen Schaden richtet heute der Borkenkäfer an. Nicht nur die Natur selbst hat ihre tiefen Spuren hinterlassen, auch die Geschichte. Die heute von Menschenhand geschaffenen Formationen in den Mühlsteinbrüchen bei Jonsdorf erzählen vom Sandsteinabbau seit dem 16. Jahrhundert. Die Umgebindehäuser in Waltersdorf besitzen prächtige Türstöcke aus Sandstein. Woher dieser kam, ist natürlich klar - aus dem Zittauer Gebirge. Diesen verwendete man auch für Grüfte auf dem malerischen Zittauer Kreuzfriedhof und Zittauer Häuserportale. Und das Holz für die in der Oberlausitz typischen Umgebindehäuser? Sicher lieferte der Zittauer Stadtwald auch dafür ausreichend Baumaterial. Nicht zuletzt benötigten die Zittauer Bierbrauer viel Feuerholz für das gute Gebräu, das weit gehandelt wurde. Und nicht nur das Holz kam aus dem Gebirge, auch das reine Quellwasser, das über Röhrleitungen aus Holz und Stein über mehrere Kilometer bis in die städtischen Brunnen floss. Noch heute beziehen unsere Stadtwerke ihr Wasser von dort.

Die alle Sinne ansprechende Ausstellung und das umfangreiche Begleitprogramm lassen den Ausstellungsbesuch zu einem Walderlebnis werden.

So gibt es beispielweise archäologische Exkursionen u.a. zur Burg Karlsfried, anschauliche Vorträge zu Bodentierchen und dem Wolf, Puppentheater, Hilfe bei der Bekämpfung von Holzwürmer und bei der Altersbestimmung von Holz – und vieles mehr.

Alle Veranstaltungen und museumspädagogischen Programme befinden sich im ausstellungsbegleitenden Faltblatt (als PDF angehängt und auf www.museum-zittau.de).

Geocaching im Zittauer Stadtwald

Anlässlich der Ausstellung "Tief verwurzelt" haben die Städtischen Museen Zittau fünf Geocaches im Zittauer Stadtwald ausgelegt, die die Ausstellung ergänzen, vertiefen und vor allem an den Ort des Geschehens bringen. Hinweise zur digitalen Schatzsuche finden Sie auf www.museum-zittau.de, www.opencaching.de und www.geocaching.com.

Adresse

Die Ausstellung befindet sich im Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster, Klosterstraße 3 in 02763 Zittau.

Öffnungszeiten

Di-So, 10-17 Uhr
26.12., 10-17 Uhr
31.12., 10-14 Uhr
1.1., 14-17 Uhr
21.12., 25.12. geschlossen

Partner der Ausstellung

Christian-Weise-Bibliothek

Eigenbetrieb Forstwirtschaft der Stadtverwaltung Zittau

Gerhart-Hauptmann-Theater

Mega Holz & Mega Fenster in Zittau

Naturpark Zittauer Gebirge

Oberlausitzer Forstmuseum Sohland a.d. Spree

Stiftung Umgebindehaus

Wirtshaus zum Alten Sack Zittau

Zittauer Schmalspurbahn

Weitere Informationen ...

Bereich: 
Pressestelle
20. Sep 2018

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