Projekte der Städtischen Museen

Kurzfassung: 
Hier informieren wir über unsere aktuelle und vergangenen Projekte.
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INTERREG Projekt "1000 Jahre Oberlausitz – Menschen, Burgen, Städte"
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Bezeichnung des Programms: Kooperationsprogramm INTERREG Polen–Sachsen 2014-2020

Lead Partner: Landesamt für Archäologie Sachsen

Projektpartner: Uniwersytet Przyrodniczy we Wrocławiu, Museum Bautzen, Muzeum Ceramiki w Bolesławcu, Stadt Zittau | Städtische Museen Zittau, Euroregionalne Centrum Kultury i Komunikacji EUROREGION Pieńsk

Projektbudget:  1 602 818,72 €
Beantragter EFRE-Anteil:  1 362 395,72 €

Beschreibung des Projekts:
Das Projekt soll dazu beitragen, im sächsisch-polnischen Grenzgebiet vorhandene archäologische Kulturdenkmale wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rufen, »in Wert zu setzen« und einen umfassenden Blick auf das gemeinsame Kulturerbe in der Oberlausitz beiderseits der Grenze zu eröffnen. Mit Hilfe mehrsprachiger Ausstellungen und Präsentationen werden Schlaglichter aus der tausendjährigen Oberlausitzer Geschichte präsentiert, darunter der Frieden von Bautzen 1018, der Sechsstädtebund 1346 und die Zeit der napoleonischen Kriege mit dem Gefecht am Bober 1813. Parallel dazu werden Vermittlungsmaßnahmen wie Workshops, Führungen an archäologischen Stätten durchgeführt sowie Begleitheften zu archäologischen Kulturdenkmalen erarbeitet. Im Rahmen von archäologischen Erkundungen werden neue Erkenntnisse über die archäologischen Fundstellen und Denkmäler gewonnen und der Öffentlichkeit unmittelbar zur Verfügung gestellt.

Projektziele:
Verbesserung der touristischen und kulturellen Attraktivität des Fördergebiets sowie der kulturellen Teilhabe durch die Förderung des kulturellen und archäologischen Erbes und dessen nachfolgende öffentlichkeitswirksame Präsentation.

Projektlaufzeit:
01.10.2019-31.03.2022

Zittau und der Sechsstädtebund

Der 1346 gegründete und von Kaiser Karl IV. nachdrücklich genehmigte Sechsstädtebund – auch Hexapolis genannt – war ein Zusammenschluss der Städte Bautzen, Görlitz, Kamenz, Lauban (heute polnisch Lubań), Löbau und Zittau. Er entstand in einer Zeit, in der sich auch anderswo im Römisch Deutschen Kaiserreich Städte zusammenschlossen, um ihre Interessen gemeinsam zu vertreten. Man wollte im Handel zusammenstehen und den Landfrieden mit vereinter Kraft durchsetzen.
Der Oberlausitzer Sechsstädtebund ist aber zweifellos einer der berühmtesten und langlebigsten und spielt auch heute noch im regionalen Bewusstsein eine wichtige Rolle, bestand er doch immerhin bis 1815.
In der Ausstellung werden die Städte und ihre Funktion im Bund vorgestellt. Warum schlossen sich die Städte zusammen? Wie funktionierte der Bund? Was machte ihn besonders schlagkräftig?
Besonderer Fokus liegt auf Zittau und seiner mittelalterlichen Geschichte. Die Stadt an der Mandau gehörte mit Bautzen und Görlitz zu den drei führenden Mitgliedern im Bund und verdankte ihre Gründung dem Böhmischen König Ottokar II. Die Verbindungen nach Böhmen waren hier immer besonders eng, lag die Stadt doch direkt an der alten Handelsstraße, die von Prag durch das Zittauer Gebirge nach Norden Richtung Hanseraum führte. Zur Zeit Kaiser Karls IV. erlangte die Straße und das Zittauer Land einen Bedeutungszuwachs, der sich in der Errichtung zahlreicher Bauwerke wie der Zollburg Karlstein, der Klosterburg Oybin und dem Kaiserhaus in Zittau zeigt.
Durch die archäologischen Ausgrabungen der letzten Jahrzehnte auf Plätzen und Straßen Zittaus ist das Wissen über die mittelalterliche Stadt stark angewachsen. In der Ausstellung werden wesentliche Funde und Ergebnisse vorgestellt. Es wird ein Bild dieser spannenden und für die Region grundlegenden Zeit gezeichnet werden.

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Grufthaus Besser auf dem Klosterhof
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Der Klosterhof mit 22 Grufthäusern gilt als ein einzigartiges Denkmal der Begräbniskultur in Mitteleuropa. In diesen Grabbauten haben sich künstlerisch herausragende Grabdenkmäler erhalten, die zusammen mit dem Zittauer Epitaphienschatz einen der Sammlungsschwerpunkte der Städtischen Museen Zittau ausmachen.

Seit Jahren wird der Klosterhof Schritt für Schritt saniert. 2016–19 konnten wichtige Konsolidierungsmaßnahmen im Fundamentbereich dank Fördermittel der EU durchgeführt werden. Diese sind die Basis weiterer Arbeiten. Vordringlich ist die Sanierung des Grabmals im Besserschen Grufthaus. Sie ist aufgrund des starken Zersetzungsgrades des Sockels, den akuten Lockerungen der Vergoldung und der farbigen Bemalung dringend nötig.

Dank der Spende von Birgit und Steffen Bollmann, der Zuwendung durch die Ernst von Siemens Kunststiftung im Rahmen der aktuellen „Corona-Förderlinie“  und der Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz kann die Figur restauriert werden. Aktuell befindet sich Hermes bei Andreas Muth in Zwickau im Atelier für Steinrestaurierung. Auch  die Neuanfertigung der hölzernen Falltür zum Gruftgewölbe, die neue Ausmalung des Grufthauses und die Restaurierung der schmiedeeisernen Gittertür können dank weiterer Spenden u.a. von Peter Besser und des Rotary Clubs Dreiländereck umgesetzt werden.

Christian Besser (1660–1734) kam 1690, nach seiner Ausbildung in Dresden nach Zittau, wo er als Kaufmann tätig und 1731 Ratsmitglied wurde. Er war Senior der 1705 gegründeten Zittauer Kaufmannssozietät. Seine erste Ehe endete 1696 nach fünf Jahren mit dem Tod der Frau Anna Dorothea, geb. Münch, was den Anlass zur Errichtung des Grufthauses gegeben haben dürfte.

Der als Kaufmann sehr erfolgreiche Besser gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten Zittaus im 18. Jahrhundert und hinterließ gemeinsam mit seinem Sohn Carl Christian (1709–1769), dem Auftraggeber des Grabmals, tiefe Spuren in der Geschichte und Kunstgeschichte der Stadt. Das Palais des Kaufmanns in der Zittauer Innenstadt ist erhalten geblieben und als „Alte Post“ (Ecke Bautzner Straße/Kirchstraße) bekannt.

In der Sammlung der Städtischen Museen befinden sich verschiedene Exponate, die auf Carl Christian Besser zurückgehen: sein Porträt, eine von ihm für eine Zittauer Kirche gestiftete Taufschüssel und die berühmte Lostrommel der Zittauer „Jungfern-Lotterie“, durch die mittellose unverheiratete Zittauer Mädchen unterstützt wurden.

Das Grabmal ragt unter der zeitgenössischen Grabmalskunst heraus, denn es zeigt den antiken Gott Hermes (römisch Merkur), den Gott des Handels. Der Tuchballen zu seinen Füßen deutet darauf hin. Besser wurde reich durch Leinwandhandel. Hermes galt in der Antike aber auch als Führer der toten Seelen in die Unterwelt. An die Hermesfigur lehnen sich zwei barocke Kartuschen mit umfangreichen Grabinschriften. Darin rühmt sich Besser seines Reichtums. Der Sandstein, aus dem die Figur besteht, wurde ebenso wie der schwarze Marmor der Kartuschen importiert, möglicherweise aus Böhmen. Naturwissenschaftliche Analysen zur Herkunft des Materials stehen noch aus. Die Skulptur steht in der Qualität ihrer Ausführung in der weiteren Umgebung für sich. Zwischen Dresden und Prag dürfte es wenige vergleichbare Werke geben.

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Projekt: entKOMMEN. Das Dreiländereck zwischen Vertreibung, Flucht und Ankunft
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Unser Antrag "entKOMMEN. Das Dreiländereck zwischen Vertreibung, Flucht und Ankunft" bei der Kulturstiftung des Bundes hat den Zuschlag bekommen. Damit gehören wir zu einer Reihe deutscher Stadtmuseen, die beim "Stadtgefährten-Fonds" der Stiftung ausgewählt wurden.

www.kulturstiftung-bund.de/stadtmuseum

po polsku

 

entKOMMEN. Das Dreiländereck zwischen Vertreibung, Flucht und Ankunft

Spätestens seit 2015 wird auch in Zittau die Ankunft von Geflüchteten kontrovers diskutiert. Für die Stadt im Dreiländereck Polen-Tschechien-Deutschland ist es aber nicht die erste Erfahrung mit Geflüchteten und deren Integration in die Stadtgesellschaft: Schon 1622 waren evangelische Glaubensflüchtlinge aus Böhme in die Region gekommen. Sie brachten neues Wissen mit, das eine Grundlage für den kulturellen Aufschwung der Stadt und seines Umlandes im 18. Jahrhundert bildete. Auch im Juni 1945 verloren etwa 24.000 BewohnerInnen aus dem „Zittauer Zipfel“ ihre Heimat, ein eng umgrenzter Bereich östlich der Neiße, der mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges polnisches Gebiet wurde. Diese Menschen gingen in die nahen Ortschaften westlich der Neiße und blieben großenteils dort – auch wenn sie sich anfangs nicht immer willkommen fühlten. Jenseits der neuen Grenze wurden ebenso Vertriebene und Heimatlose als Folge des Krieges, oft gegen ihren Willen, angesiedelt. Nach 1991 kamen wieder Geflüchtete nach Zittau: diesmal zunächst vom Balkan, später aus Tschetschenien, Afghanistan, Irak, Eritrea oder Syrien.

Vor diesem historischen Hintergrund wird das Projekt entKOMMEN gemeinsam mit den EinwohnerInnen der Stadt Fluchterfahrungen in den verschiedenen Jahrhunderten in den Blick nehmen. SchülerInnen und SeniorInnen, Menschen mit eigener Fluchterfahrung sowie Heimat- und Geschichtsinteressierte werden eingeladen, in Workshops und Kunstprojekten zusammenzuarbeiten.

Auf Grundlage dieser im binationalen Partnernetzwerk erarbeiteten Projektergebnisse wird von Februar bis Juni 2020 eine Ausstellung in den Städtischen Museen Zittau zu sehen sein. Auch das Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau wird mit einer eigenen Inszenierung Teil des Projekts sein.

Aktionen im öffentlichen Raum finden ab Sommer 2019 in Zittau statt.

 

entKOMMEN. Das Dreiländereck zwischen Vertreibung, Flucht und Ankunft“ ist in Projekt der Städtischen Museen Zittau und der Hillerschen Villa -Soziokultur im Dreiländerreck mit den Partnern:

  • Gerhart Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau
  • Freiraum Zittau e.V.
  • Deutsches Rotes Kreuz – Kreisverband Zittau e.V
  • Christian-Weise-Gymnasium Zitta
  • Volkshochschule Dreiländereck
  • Museum Dittelsdorf
  • Bractwo ziemi bogatyńskiej (Bruderschaft des Bogatynia-Landes)
  • Koło Związku Sybiraków (Verband der Sibirier, Bogatynia)

Das Projekt „entKOMMEN. Das Dreiländereck zwischen Vertreibung, Flucht und Ankunft“ wird gefördert im Fonds Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes.

Zum Konzept

Ausschreibung / Call for entries für KünstlerInnen und Akteure der Soziokultur

Call for entries (english)

Ausstellung (23.2.-18.10.2020)

 

Kunst im Öffentlichen Raum
Projekt entKOMMEN stellt im Zittauer Fischhaus aus

Kunst im öffentlichen Raum ist der Auftakt für das Projekt „entKOMMEN. Das Dreiländereck zwischen Vertreibung, Flucht und Ankunft“ und wird gestaltet von den Städtischen Museen Zittau mit dem Kooperationspartner Hillersche Villa – Soziokultur im Dreiländerreck.
Seit Mai sind für rund vier Monate die Schaufenster des ehemaligen Fischhauses (Innere Weberstraße 36) belebt. Im Mittelpunkt der Kunstaktion steht Venezuela, im Besonderen die in Zittau lebenden Venezolaner und die Künstlergruppe „La Junta“ (deutsch: die Vereinigung) aus der venezolanischen Stadt Maracaibo.
Diese Schaufensterausstellung zeigt Arbeiten venezolanischer KünstlerInnen und Aktivisten, die sich auf verschiedene Weisen mit der Krise ihres Landes auseinandersetzen. 2019 gründete sich die Künstlergruppe „La Junta“ (dt. Die Versammlung), um gemeinsam künstlerisch auf sozial-politische Missstände hinzuweisen.
In den ausgestellten Werken setzen sich die KünstlerInnen mit der politischen, wirtschaftlichen und humanitären Krise im eigenen Land auseinander. Alle Werke stehen nur als digitale Reproduktion zur Verfügung, da ein Versand aus dem südamerikanischen Land nicht möglich war.

Am Freitag, den 16.8., 11.30 Uhr waren die Kuratorin der Ausstellung, Franziska Pohl, und einer der Künstler vor Ort, um das Anliegen des Projekts, insbesondere die Schaufensterausstellung, zu erklären

Zittau-live war vor Ort dabei

Ab dem 30.9.2019 sind die Kunstwerke des Projekts wieder ausgestellt.

Kontakt:
E-Mail: entkommen@zittau.de

Projektmitarbeiter:

Annett Hellwig
a.hellwig@hillerschevilla.de

Bartholomäus Nowak
b.nowak@hillerschevilla.de

Katrin Bielmeier: Kuratorische Projektassistenz im Museum
k.bielmeier@zittau.de

Daniela Schüler: Öffentlichkeitsarbeit
d.schueler@zittau.de

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Dr. Lars-Arne Dannenberg
Dr. Matthias Donath

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