Dittelsdorfer Geschichten

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650 Jahre Dittelsdorf – eine Geschichte von Veränderungen
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Nichts ist so konstant wie die Veränderung. Betrachtet man die Geschichte und die Entwicklung von Dittelsdorf, so kann festgestellt werden, dass viele Veränderungen sich jährlich vollzogen haben und noch vollziehen.

Es ist ein aktueller Anlass, der mich anregte, darüber nachzudenken. Sicherlich kann ich nur Bezug auf die letzten 44 Jahre nehmen. Das sind die Jahre, seitdem ich in Dittelsdorf lebe. Allein in dieser Zeit hat sich viel verändert. Die Einwohnerzahl verringerte sich und der Altersdurchschnitt wuchs. Geschäfte, Unternehmen wurden geschlossen, andere wieder neu gegründet, Straßen und Wege erneuert, Häuser wurden abgebrochen, neue wurden gebaut.

Das einzige, was kaum einer Veränderung unterzogen wurde, sind unsere Bachmauern. Dienstleistungen wie Post und Sparkasse verschwanden aus dem Dorf. Die Arztstation und Schwesternstation, die Schule Dittelsdorf wurde geschlossen. Heute gehen die Schüler in die Grundschule nach Hirschfelde und in weiterführende Schulen in der Umgebung.

Es ist eine Entwicklung, eine gesellschaftliche Entwicklung, die viele Ursachen hat. Häufig werden die Veränderungen als negativ bewertet, ohne darüber nachzudenken, warum das so ist und welcher Handlungsspielraum besteht, Änderungen aufzuhalten.

Mit der Zeit hat man sich arrangiert. Nicht jeder kann das, vor allem diejenigen, die darauf angewiesen sind. Meist sind es unsere älteren Bürger, die zum Beispiel kurze Wege für Dienstleistungen brauchen.

Christian Schäfer, Ortsbürgermeister

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Dienstleistungen im Gebäude Neue Gasse 1
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Das Gebäude Neue Gasse 1 ist so Beispiel von Vielfalt an Veränderungen. Neben einer Wohnung befand sich in diesem Haus eine Bäckerei, ein Schuhmacher, eine Annahme für Dienstleistungen, ein Konsum und seit vielen Jahren unser Friseur.

Seine Entwicklung begann im Jahr 1966. Die Initiative für die Einrichtung eines Friseurs ging von den Frauen der LPG aus. Frau Schieber stellte in ihrem Haus, im Schlegler Feld - ehemaliger Friseursalon - einen Raum zur Verfügung. Der neue Salon der PGH Figaro war bis 22 Uhr geöffnet und in ihm wurde zweischichtig gearbeitet. 1972 wurde dann der Friseur in das Zentrum von Dittelsdorf verlegt. Das Haus Neue Gasse 1 war nun die neue Wirkungsstätte der Friseusen. Anfangs wurde das Schaufenster am Gebäude zugemauert. Dahinter wurde der Herrensalon eingerichtet, später waren hier Fußpflege und Kosmetik anzutreffen.

Im gleichen Jahr wurde rechts der Damensalon eingerichtet. Ab 1983 arbeiteten zwei Friseusen im Salon von Montag bis Freitag.

Der Friseur wurde nicht nur von den Bürgern im Ort, sondern auch aus der Umgebung gut angenommen. Der Salon wurde Anlauf- und Informationszentrum. „Fast aus jeder Dittelsdorfer Familie, aus jedem Haus war mal wenigstens einer in unserem Friseursalon“, erzählte Gabi Hübner. Weiter berichtete sie, dass es eine schöne Zeit war und man darüber Bücher schreiben könnte. Sie war 50 Jahre, von 1966 bis 2016, als Friseuse tätig, bis über das Rentenalter hinaus. Weiterhin arbeiteten Margit Staub, Sigrid Sünder, Heidi Elsner und Karin Rieger im Dittelsdorfer Salon der PGH Figaro. Nach dem Ausscheiden von Frau Hübner und Karin Rieger aus dem aktiven Friseurdienst änderte sich einiges im Friseurgeschäft. Die Öffnungszeiten wurden verkürzt und Friseusen aus anderen Orten übten hier ihren Beruf zur vollsten Zufriedenheit in unserm Ort aus.

Am 30. April 2019 endet nun die Geschichte des Friseursalons in Dittelsdorf. Von unserer Seite war dies nicht gewollt. Mit der Geschäftsführung wurde mehrfach gesprochen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten bzw. ihn an einem anderen Standort weiterzuführen. Leider hat sich der Standpunkt der Geschäftsleitung der PGH-Figaro nicht ge-ändert. Aufwand und Nutzen für eine neue Einrichtung sind nicht gegeben, war die Begründung.

Inzwischen ist das Gebäude verkauft und steht in Verbindung mit dem Bau der Dorfstraße zum Abbruch.

Ich möchte mich bei allen Mitarbeitern des Friseursalons für ihre zuverlässige Arbeit bedanken und die Hoffnung aussprechen, dass die Salons in Schlegel und Hirschfelde geöffnet bleiben und auch durch die Dittelsdorfer rege genutzt werden.

Christian Schäfer, Ortsbürgermeister

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