Kinderpreisträger 2019

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Den Kinderpreis der Kinderstiftung Zittau 2019 erhält:
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Emely Soentgerath, Schülerin der Richard-von-Schlieben-Oberschule, Klasse 9 (15 Jahre)

„Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“, heißt es in einem Sprichwort. Für Emily ist dies nicht nur sprichwörtlich, sondern gelebte Wirklichkeit. Im OSV Zittau, Abteilung Reitsport ist sie schon seit 5 Jahren aktiv und hat das Reiten und die Pferde schätzen und lieben gelernt. Vor allem Springreiten findet sie wegen des guten Gleichgewichtstrainings spannend. 2 Mal in der Woche geht sie selbst reiten und übernimmt auch an den Wochenenden gern Stalldienste und pflegt und füttert die Pferde. Manchmal werden es fünf Nachmittage, an welchen Emily im Reiterhof ist. Das gehört, so ist sich Emily sicher, mit dazu, wenn man die Tiere liebt. Und das tut sie mit viel persönlicher Zeit und unglaublichem Engagement.

Als Emily gefragt wurde, ob sie nicht das Hippotherapeutische Reiten im Reiterhof des OSV „Dreilinden“ ehrenamtlich unterstützen könne, hat sie sofort „Kann ich ja mal versuchen“ gesagt und ist begeistert an die Arbeit gegangen. Seitdem betreut sie die taubstumme, körperbehinderte Renate vom Katharinenhof und hilft ihr im Umgang mit den Tieren. Es ist eine regelrechte Freundschaft zwischen den beiden entstanden und nicht nur deshalb, weil beide die Liebe zum Pferd teilen. Irgendwie klappt die Verständigung auch ohne Worte und Emily hat mit ihrer freundlichen und hilfsbereiten Art das Herz von Renate und ihr Vertrauen ganz gewonnen. Emily bereut ihren Entschluss von damals auch nicht eine Sekunde, sondern hat zusätzlich noch die Aufgabe übernommen, Kinder aus der Zittauer Förderschule für Behinderte am Donnerstag beim Reiten und der Kontaktaufnahme mit den Pferden zu unterstützen. Emely kümmert sich mit Hingabe und sehr verantwortungsbewusst um die Kontaktaufnahme und -pflege dieser Kinder mit den Pferden. Das beginnt mit dem vorsichtigen Heranführen an die Pferde, des Geben von Streicheleinheiten, das Füttern aus der Hand bis zu einfachen Pflegearbeiten, wie z.B. das Striegeln. Die Kinder werden auch an das Reiten herangeführt, da gilt es Ängste zu überwinden und das geht nur mit großem Vertrauen. Emily hat es gewonnen, sie gibt nicht nur Hilfestellung, sondern führt auch das Pferd und hält die Kinder beim Doppelsitz auf dem Pferd.

Hochachtungsvoll bestätigen die erwachsenen Betreuer Emelys, dass sie diese Aufgabe sehr verantwortungsbewusst und mit großer Liebe und Empathie durchführt. Häufig geht diese Unterstützung sogar zu Lasten ihrer eigenen Reitstunden. Einige Kinder sind mittlerweile so auf Emely fixiert, dass sie traurig sind, wenn Emely einmal nicht bei den Reitstunden dabei ist. Aber zum Glück - das kommt fast nie vor.

Emily hat für sich festgestellt, dass Pferde ihr großes Hobby sind, die Arbeit, und das Kümmern um Kinder aber ihre Berufung ist. „Ich kann einfach nicht anders, wenn jemand Hilfe braucht, dann helfe ich eben“ – hat Emily so ganz selbstverständlich erzählt. Wen wundert’s, dass Emily sich jetzt schon sicher ist, dass sie einmal als Erzieherin in einer Kindertageseinrichtung arbeiten wird. Und ein bisschen üben kann sie ja auch zu Hause mit ihrem 12-jährigen Bruder und ihrer 1-jährigen Schwester.

Wir gratulieren und wünschen viel Erfolg. Und sicher klappt es auch irgendwann mit einem eigenen Pferd ... man wird ja noch träumen dürfen.

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Den Kinderpreis der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien erhalten:
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Die Schüler der Weinau Oberschule Jonas und Max Gaubisch, Klasse 9

„Alles Große in unserer Welt geschieht nur, weil jemand mehr tut, als er muss.“ (Hermann Gmeiner, österreichischer Sozialpädagoge). Mitbestimmung im Schülerrat, Mitarbeit in der Feuerwehr, Engagement für Klimaschutz, großes Interesse für außerschulische und politisches Arbeit - all das sind Dinge, zu denen viele andere Jugendliche eher keine Neigung verspüren. Für Jonas und Max gehören sie zu einem verantwortungsbewussten Leben. Beide übernehmen gern Verantwortung und setzen diese auch praktisch um. Auch Hindernisse stören sie dabei nicht, wissen sie doch, dass in einer Demokratie immer Mehrheiten entscheiden und manches dann eben auch seine Zeit bis zur Realisierung braucht. Auch ein Scheitern ist deshalb mal in Ordnung und entmutigt die beiden nicht, sich zu engagieren.

Ganz wichtig ist den beiden das gute Verhältnis zu den Klassenkameraden und anderen Jugendlichen. Sie wollen sie mitreißen und begeistern, denn allein schafft man gar nichts. Dabei wissen sie, dass ihre Klasse und die Schulleitung sowie die Lehrer hinter ihnen stehen, wenn es darauf ankommt, denn Alleingängen sind viel zu oft erfolglos, oder wie Max sagt „Allein schaffen wir gar nichts“.

Verstehen können sie gar nicht, wenn Mitschüler resignierend die Schultern heben und mit den Finger auf andere zeigen – „Macht mal!“ Durch ihr eigenes Vorbild überzeugen sie da lieber, dass vieles doch gehen kann, wenn man es nur anfasst. So hat sie z.B. die Begegnung zum Jugendstammtisch mit dem Oberbürgermeister ermutigt, auch zukünftig Wege zu nutzen, um mit der Politik ins Gespräch zu kommen. Wenn sich anschließend noch was zum Positiven verändert, umso besser. Jonas möchte am liebsten die Menschen in Graswurzelmethode, also von unten her für Politik begeistern. Denn alles was wir machen, so Jonas, hat irgendwie mit Politik zu tun. Eigentlich kann sich dem keiner entziehen und deshalb ist es auf jeden Fall besser, mit zu entscheiden und mitzumachen. Wen wundert es, wenn Jonas und Max sich in der Zukunft auch eine Arbeit als Stadträte vorstellen können.

Mit offenen Augen durchs Leben gehen, ist die Maxime der beiden Brüder. Probleme erkennen und Initiative ergreifen ihr Slogan. So fragen sie sich schon mal, wieso sieht man eine kaputte Bushaltestelle oder die hässliche Sprayfläche an einem Haus nicht, wieso bleibt das über lange Zeit so. Jeder hat doch Verantwortung für sein Umfeld und sein Leben – und das soll gut und sicher sein.

Deshalb setzt sich Max seit fünf Jahren als Klassensprecher für die Schule ein, beide demonstrieren schon mal mit Klassenkameraden für eine neue Turnhalle an ihrer Schule und engagieren sich beispielhaft für ein prima Klima, quasi als „Klimabeauftragte“ in ihrer Schule und finden "Friday for future" muss unterstützt werden. Die Schulleiterin Frau Hübner beschreibt das Engagement der beiden mit kurzen Worten so: „Es kommt niemals ein Nein“ – ich bin mir sicher, das ist ein großes und verdientes Lob an zwei Schüler, die heut als Kinderpreisträger ausgezeichnet werden.

Herzlichen Glückwunsch.

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