Kommunen und Verkehrsverbünde fordern Regierungen dringend zur Zusammenarbeit auf

Unterzeichnung des Memorandums in Porajów (Foto: M. Altmann)
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Polnischer Abschnitt der Bahnstrecke Zittau-Liberec stark sanierungsbedürftig

Die politischen Vertreter der Landkreise Zgorzelec, Liberec und Görlitz, der Städte Bogatynia, Zittau, Hrádek nad Nisou und der Verkehrsverbände ZVON (Oberlausitz-Niederschlesien) sowie Korid (Liberecký Kraj) unterzeichneten am 2. November anlässlich der Feierlichkeiten zu 160 Jahre Eisenbahnverbindung Zittau-Liberec ein gemeinsames Memorandum, in dem sie ihre nationalen Regierungen mahnen, eine zeitnahe Einigung zur Sanierung des in Polen gelegenen Teilstück der Strecke Zittau-Liberec zu finden.

Das ca. 2,7 km lange Teilstück befindet sich in einem derart schlechten Zustand, dass die Züge diese Passage aus Sicherheitsgründen lediglich im Schleichtempo befahren können. „Leider beschreiben der Streckenstatus und die seit langer Zeit verhinderte Sanierung sehr gut, dass auch mitten in Europa, in einer Dreiländerregion, die auf allen denkbaren Ebenen zusammenarbeitet, noch völlig unverständliche Hürden bestehen“, sagt Thomas Zenker, Oberbürgermeister der Stadt Zittau dazu. Die Fahrdauer von Zittau nach Liberec wird durch die langsame Fahrt auf dem polnischen Teilstück verlängert, was derzeit auch Probleme für die Etablierung des geplanten Nullknotens des sächsischen SPNV-Netz in Zittau mit sich bringt. „Vor dem Hintergrund, dass diese Strecke eine sehr wichtige Verbindung in der Euroregion darstellt, die den Liberecký Kraj, aber auch weiter Teile des polnischen Riesengebirges mit der sächsischen Landeshauptstadt und dem deutschen und europäischen Bahnnetz verbindet, bitten wir die polnische Zentralregierung, auf die Angebote der sächsischen und der tschechischen Seite einzugehen“, erklärte Martin Půta das Ziel des Memorandums. Der betreffende Streckenabschnitt zwischen Hrádek nad Nisou und Zittau ist seit vielen Jahren Gegenstand der Bemühungen der Euroregion Neisse und der Landkreise und Kommunen am Dreiländereck Polen/Deutschland/Tschechien.

Die Unterzeichner des Papiers: Martin Půta (Hejtman des Liberecký Kraj), Thomas Gampe (1. Beigeordneter des Landkreises Görlitz), Artur Bieliński (Landrat des Kreis Zgorzelec), Jaroslav Zámečník (Oberbürgermeister der Stadt Liberec), Thomas Zenker (Oberbürgermeister der Stadt Zittau), Piotr Blasiak (Bürgermeister der Stadt Bogatynia), Pavel Farski (Technischer Bürgermeister der Stadt Hrádek nad Nisou) sowie Hans-Jürgen Pfeiffer (Geschäftsführer des ZVON) und sein Kollege Pavel Blažek (Geschäftsführer von KORID LK).

Ersteller: 
Michael Scholze
Bereich: 
Pressestelle
05. Nov 2019

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