Kinderbetreuung in Zittau startet wieder vollständig, Toben und Spielen nur mit Einschränkungen

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Zittau, 15.05.2020 -- Der Freistaat Sachsen lässt ab dem kommenden Montag, 18.05. wieder die vollumfängliche Betreuung in Kindertagesstätten und Kindertagespflegestellen zu. Die verschiedenen Träger in der Stadt Zittau haben den Start intensiv und aufwändig vorbereitet. Oberbürgermeister Thomas Zenker begrüßt das im Sinne der Kinder und Familien, kritisiert die geforderten Maßnahmen aber scharf: „Wir freuen uns alle, dass wir angesichts der geringen Infektionszahlen einen großen Schritt zur Normalisierung des Lebens in unserer Stadt gehen können. Aber das, was jetzt in den Kitas geleistet werden soll, erscheint mir nicht leistbar.“ Es sei selbstverständlich, dass sich immer noch alle um einen weitgehenden hygienischen Schutz bemühen würden, doch die detaillierten Anforderungen in der Allgemeinverfügung seien oft nicht umsetzbar. Das haben Kommunen und die Träger auf allen Ebenen auch kommuniziert - doch mit wenig Erfolg. Man könne nun Öffnungszeiten einschränken oder die Einrichtung nur im reduzierten Betrieb fahren. Das sei angesichts des öffentlichen Drucks und der berechtigten Ansprüche der Eltern mit Betreuungsverträgen unrealistisch. „Nun werden die Träger mit deutlich erhöhten Organisations-, Material- und vor allem Personalaufwand entsprechend ihrer räumlichen Möglichkeiten das Beste für die Kinder tun. Doch die volle Umsetzung der Maßnahmen aus der Allgemeinverfügung bleibt unrealistisch.“ Die Dokumentation der Kontaktpersonen der Kinder, die Kontrollierbarkeit der Eigenerklärung der Eltern, die Beschränkung der Bringe- und Holzeiten für die Eltern erforderten einen Personaleinsatz, die Abgrenzung der Kindergruppen untereinander erforderten Aufwände oder sogar bauliche Eingriffe, die nicht umsetzbar seien. „Wir bauen keine Absperrungen auf die Freiflächen und die Eingangsbereiche, Zimmer und Gänge unserer Gebäude lassen sich auch nicht plötzlich neu gestalten.“ Zenker bittet die Familien um Mitwirkung: „Ich kann mich nur im Sinne der viel zitierten Eigenverantwortung an die Eltern wenden und um Verständnis und Unterstützung werben.“ Gleichzeitig stellt er klar, dass die Stadt Zittau voll und ganz hinter den Entscheidungen der Träger und Leitungen der Einrichtungen stehe: „Sie haben sich intensiv mit den Anforderungen beschäftigt und tun immer alles für das Wohl der Kinder.“ Auch beim zusätzlichen Infektionsschutz werde alles getan, was möglich sei. Die Zittauer Stadtverwaltung habe rechtliche Schritte gegen die Allgemeinverfügung des Sozialministeriums geprüft, sehe jedoch von einer Klage ab. „Wir werden jetzt keine Kämpfe führen, sondern Lösungen finden“, erklärt Zenker. „Deshalb setze ich darauf, dass wir in der kommenden sehr kurzen Woche anhand der Kritik aus der Praxis die von Kultusminister Piwarz in Aussicht gestellten Änderungen auch verhandeln können.“ Zittau werde gemeinsam mit mehreren anderen Kommunen entsprechend im Sächsischen Städte- und Gemeindetag dafür werben. Dabei werde auch die Deckung der gestiegenen Kosten erneut diskutiert.

Ersteller: 
Kai Grebasch
Bereich: 
Pressestelle
15. Mai 2020

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