22. Oktober 2026

Stadt Zittau kauft Phänomen / ROBUR-Flächen

Wichtiger Schritt zur großflächigen Entwicklung des Stadtviertels am Bahnhof

Wie könnte es aussehen zur Landesgartenschau? Das Foto zeigt eine KI-Version einer möglichen Blumenhalle im ROBUR

Zittau, 22.10.2026 — Mit der Unterschrift von Oberbürgermeister Thomas Zenker unter den Kaufvertrag ist es nun offiziell: Die Stadt Zittau wird neue Eigentümerin des traditionsreichen Industriegeländes am Bahnhof. Nach langen Verhandlungen mit den Erben des bisherigen Eigentümers, nach Vorgesprächen mit Partnern für eine zukünftige Nutzung und mit deutlichem Mehrheitsbeschluss des Stadtrats ist der Weg nun frei für neue Entwicklungen an dem Standort, der für sehr viele Zittauerinnen und Zittauer auch ein Stück Familiengeschichte darstellt. „Das Phänomen/ROBUR-Werk sind schon viel zu lange eine vernarbte, noch immer schmerzende Wunde im Stadtbild. Ich bin dem Stadtrat sehr dankbar, dass wir nun gemeinsam die Geschicke wieder selbst in die Hand nehmen und uns bemühen dem historischen Industriedenkmal zu neuem Leben verhelfen,“ kommentiert Oberbürgermeister Thomas Zenker.

Das über 20.000 m² große Gelände zwischen Bahnhof-, Eisenbahn und Marschnerstraße ist aktuell mit verschiedenen, teils denkmalgeschützten Gebäuden bebaut. Teilweise sind diese schon mehrfach in Bearbeitung der Bauaufsicht Zittau und des Eigentümers gewesen und möglicherweise auch nicht mehr vollständig zu halten. „Eigentlich hätten wir für diese Ruinenlandschaft Geld bekommen müssen, statt dafür zu zahlen“, erklärt der Oberbürgermeister. So war es auch ein intensiver Abwägungsprozess im Stadtrat darüber zu beraten, wie viel Geld die Stadt Zittau in die Hand nehmen sollte. Schließlich ist es ein mittlerer sechsstelliger Betrag, der nach Bearbeitung aller Formalien fließen soll. „Die meisten Stadtratsmitglieder haben sich diesem Vorhaben geöffnet, weil es mindestens zwei aussichtsreiche Vorhaben gibt und da wir uns mehrheitlich dazu entschlossen haben, uns unserer Verantwortung zu stellen, anstatt wieder zuzusehen, wie dieses riesige Objekt an einem unserer wichtigsten Stadteingänge wieder der Spekulation anheimfällt.“

Stadtrat und Oberbürgermeister sind sich einig, dass eine solche Investition nur mit einem zukunftsfähigen Nutzungskonzept Erfolgs-Chancen hat. Neben der konfektionierten Nutzung eines Teiles der Gebäude, vor allem des Hochbaus als Ausstellungsfläche für eine mögliche Landesgartenschau 2032 in Zittau haben sich Stadt Zittau, Landkreis Görlitz und DB Regio Bus darauf verständigt, den für den Busdienstleister dringend notwendigen Betriebshof auf einem Teilbereich des Geländes zu errichten. Dafür müssen einige, zum Teil ruinöse Gebäude auf dem Gelände abgebrochen und der Platz mit Wartungsanlagen, Park- und Pausenarealen für die Linienbusse neu bebaut werden. Eine entsprechende Absichtserklärung zur Umsetzung dieses Vorhabens haben die drei Partner bereits unterzeichnet. „So wird es möglich, in unmittelbarer Nähe zu unserem Bahnhof, dem zentralen ÖPNV-Knotenpunkt der Stadt, einen Betriebshof zu errichten, der auch über künftige Vertragslaufzeiten der ÖPNV-Dienstleister hinaus Busleerfahrten minimiert und kosteneffizient arbeiten kann,“ so Oberbürgermeister Zenker. Es sei für Zittau wie auch den südlichen Landkreis von hoher Bedeutung, dass dieses Vorhaben zukünftig wieder einen besseren Betriebsablauf ermögliche. „Wir haben uns wirklich sehr gefreut, dass es gelungen ist, hier eine echte Vereinbarung zwischen den drei Partnern zu erzielen, die in Zukunft dauerhaft den Betriebshof an dieser Stelle festlegt“, so OB Zenker. Was vor über hundert Jahren nicht gelungen sei, weil die damaligen Phänomen-Werke die Flächen benötigten, können jetzt gelingen. „Das ist im Grunde der Einstieg in unser Motto für die Landesgartenschau: Lost and Found soll genau das spiegeln, was in Zittau passieren muss. Aus unseren Verlusten müssen wir wieder neue Chancen machen.“