02. November 2026

Tag der Besinnung am 9.11.26

Viele Akteure, ein Programm: Zittau begeht den 9. November als Tag der Besinnung zur Demokratie und Friedfertigkeit

Am Montag, dem 9. November 2026, begeht die Stadt Zittau ihren kommunalen Gedenktag, den „Tag der Besinnung zur Demokratie und Friedfertigkeit“. Die Städtischen Museen Zittau, der Augen auf e.V., die Kirchengemeinden, die Netzwerkstatt der Hillerschen Villa und die Stadt Zittau laden dazu gemeinsam ein. Das Besondere in diesem Jahr: Das Gedenken wird von einer Vielzahl Veranstaltern getragen. Die Angebote kommen von verschiedenen Akteuren der Stadtgesellschaft, sogar aus Liberec und fügen sich zu einem gemeinsamen Programm zusammen, das vom Nachmittag bis in den Abend reicht. Alle Veranstaltungen mit Ausnahme der Andacht werden deutsch-tschechisch verdolmetscht, damit auch Gäste aus dem tschechischen Nachbarland teilnehmen können. 

Thomas Zenker, Oberbürgermeister der Stadt Zittau: „Der 9. November mahnt uns, die Demokratie durch eigenes Mittun mit Leben zu erfüllen. Ich danke allen, die in diesem Jahr mit eigenen Angeboten zum Gedenken beitragen. Dass wir dabei grenzübergreifend und gemeinsam mit unseren tschechischen Nachbarn erinnern, ist für unsere Stadt in der Dreiländerregion ein großer Gewinn.“ Im Anschluss an die Stadtführung und das Gedenken in der Lessingstraße lädt die Hillersche Villa gemeinsam mit Paměti národa Severní Čechy aus Liberec zur Filmpremiere ins Cafe Jolesch. Die Dokumentation zeigt zwei Gedenkveranstaltungen aus diesem Sommer, eine für die Opfer der Nationalsozialisten und eine für die 1945 vertriebenen Sudetendeutschen. Gemeinsam mit zwei beteiligten Historikern aus Zittau und Česká Lípa soll anschließend diskutiert werden, wie gemeinsame Geschichte heute erinnert und erzählt wird, welche Perspektiven dabei sichtbar werden und was sie verbindet. Der Eintritt ist frei. 

Das Programm im Überblick 

16:30 bis 18:00 Uhr:  Öffentliche Stadtführung „Stolpersteine in Zittau“ Armin Pietsch vom Augen auf e.V. führt zu Orten, an denen an verfolgte und ermordete Zittauerinnen und Zittauer erinnert wird.  Treffpunkt: Johanniskirche Zittau. Ziel: Katholische Kirche Mariä Heimsuchung. 

18:00 Uhr: Ökumenische Andacht Katholische Kirche Mariä Heimsuchung 

18:30 Uhr: Gedenken an der Gedenktafel Lessingstraße 12, nahe dem Ort der früheren Synagoge. Mit Kranzniederlegung und einer Ansprache von Stadtrat Andreas Mannschott, 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Musikalisch umrahmt wird das Gedenken vom Zittauer Posaunenchor. 

19:30 Uhr: „Geschichten verlorener Nachbarn“ Café Jolesch, Klienebergerplatz 1, 02763 Zittau 

Hintergrund: Der 9. November als kommunaler Gedenktag
Der Zittauer Stadtrat erklärte in seiner Sitzung im November 1993 den 9. November für die Stadt Zittau zum „Tag der Besinnung zur Demokratie und zur Friedfertigkeit“. Der Beschluss verbindet bewusst mehrere Ereignisse, die auf dieses Datum fallen: den Hitlerputsch 1923 als Beginn der „braunen Bewegung“ und die Reichspogromnacht von 1938. Er erinnert auch daran, dass in Zittau mit der Duldung der Zerstörung der Synagoge und der Beteiligung an der Beraubung, Vertreibung und Vernichtung jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger Schuld auf sich geladen wurde. Zugleich benennt er die Ausrufung der ersten deutschen Republik 1918 und den Fall der Mauer am 9. November 1989 als Chancen für einen demokratischen Weg. 

Damit wird an diesem Tag nicht nur der Pogrome und ihrer Opfer gedacht, sondern auch der Friedlichen Revolution von 1989 und der Möglichkeit, nach vier Jahrzehnten Diktatur in Freiheit und Demokratie zu leben. Der Beschluss mahnt, diese Demokratie „durch eigenes Mittun mit Leben zu erfüllen“. Er verpflichtet die Stadt außerdem zu einem verantwortungsvollen und friedfertigen Miteinander im Dreiländereck mit Polen und Böhmen. Seither lädt die Stadt jedes Jahr am 9. November zu einer ökumenischen Andacht und zum Gedenken an der Gedenktafel Lessingstraße 12 ein. 

Pressekontakt: 
Felix Pankonin 
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02763 Zittau 


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