Jugendbauhütten-Projekt stärkt Städtepartnerschaft
Die Städtepartnerschaft zwischen Zittau und der italienischen Stadt Pistoia besteht bereits seit 1971 und wird seit mehr als fünf Jahrzehnten durch zahlreiche Begegnungen und gemeinsame Projekte mit Leben erfüllt. Ein aktuelles Beispiel für diese erfolgreiche Zusammenarbeit ist das internationale Projekt „Jugendbauhütten“, das den Erhalt des denkmalgeschützten Ensembles Villa di Montesecco in Pistoia mit europäischer Jugendbegegnung verbindet.
Im vergangenen Jahr durfte Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker eine besondere Auszeichnung entgegennehmen: Das Projekt wurde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem Präsidenten der Italienischen Republik, Sergio Mattarella, gewürdigt. Die entsprechende Urkunde überreichten die beiden Staatsoberhäupter persönlich am 15.November 2025 in Berlin und unterstrichen damit die Bedeutung des deutsch-italienischen Engagements für den Denkmalschutz und den europäischen Austausch.
Im Rahmen des Projektes fand im Zeitraum vom 11.- 18.07.2026 eine Seminarreise nach Pistoia statt. Ziel war es, erste Ideen für die zukünftige Nutzung der historischen Villa di Montesecco zu entwickeln und gleichzeitig praktische Erfahrungen in der Denkmalpflege zu sammeln. Langfristig soll die Villa zu einem Ort der Begegnung, Bildung und des kulturellen Austauschs für junge Menschen werden.
An der Seminarreise nahmen insgesamt 17 Freiwillige der Jugendbauhütten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter der Leitung von Anne Lißner teil. Gemeinsam mit dem Projektkoordinator Carsten Boelter arbeiteten sie mit deutschen und italienischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an ersten Nutzungskonzepten für die Villa. Auf dem Programm standen unter anderem Arbeitseinsätze zur Beräumung des Geländes, Dokumentations- und Zeichenarbeiten sowie architektur- und denkmalpflegerische Fachvorträge.
Auch zahlreiche italienische Schülerinnen und Schüler brachten sich aktiv in das Projekt ein. Der internationale Austausch ermöglichte den Jugendlichen, gemeinsam an der Zukunft des Denkmals zu arbeiten und gleichzeitig die Kultur und Geschichte des jeweiligen Partnerlandes kennenzulernen. Neben den praktischen Arbeitseinsätzen standen gemeinsame Exkursionen nach Florenz und Lucca auf dem Programm. Dort beschäftigten sich die Teilnehmenden intensiv mit Architektur, Kultur und Denkmalpflege. Ergänzt wurden die Exkursionen durch eigene Fachvorträge und gemeinsame Diskussionen.
Ein besonderer Höhepunkt der Seminarwoche war der Empfang im Rathaus von Pistoia (Palazzo Comunale) am 16. Juli, zu dem der Bürgermeister der Stadt Giovanni Capecchi und Frau Silvia Tognelli eingeladen hatte. Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit werden im Herbst 2026 in einer Ausstellung sowohl in Pistoia als auch in den Städtischen Museen Zittau unter der Leitung von Dr. Peter Knüvener präsentiert. Die Ausstellung wird die entwickelten Nutzungsideen, Dokumentationen und Projektergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vorstellen und zugleich die langjährige Städtepartnerschaft zwischen Zittau und Pistoia sichtbar machen.
Zeremonie Rathaus Pistoia (Palazzo Comunale), v.l.n.r.: Anne Lißner (Leiterin, Jugendbauhütten Sachsen), Miroslava Lenzova (Internationales, Stadtverwaltung Zittau), Giovanni Capecchi (Bürgermeister Pistoia), Silvia Tognelli (Stadtverwaltung Pistoia), Carsten Boelter (Projektkoordinator Pistoia)