04. September 2026

Zittau bewirbt sich um die Sächs. Landesgartenschau 2032

Stadtrat gibt grünes Licht – Landesgartenschau soll zum Beschleuniger für GreenZitty und die nachhaltige Stadtentwicklung werden

Der Stadtrat der Großen Kreisstadt Zittau hat in seiner Sitzung am 3. September 2026 mit großer Mehrheit beschlossen, dass sich die Stadt um die Ausrichtung der Sächsischen Landesgartenschau 2032 bewirbt. Damit kann die in den vergangenen Monaten vorbereitete Bewerbung nun bis zum Ende der Bewerbungsfrist weiter konkretisiert und beim Freistaat Sachsen eingereicht werden.

Die Bewerbung ist eng mit dem langfristigen Stadtentwicklungsprozess GreenZitty verbunden. Die Landesgartenschau wird dabei nicht allein als Veranstaltung im Jahr 2032 verstanden. Sie soll vielmehr dazu beitragen, Lösungen für Herausforderungen und bereits bestehende Aufgaben der Stadtentwicklung zu bündeln und deren Umsetzung zu beschleunigen.

Unter dem Leitgedanken „Lost & Found“ sollen vorhandene Qualitäten Zittaus neu entdeckt, miteinander verbunden und weiterentwickelt werden. Im Mittelpunkt stehen die vier räumlichen Bausteine GreenCity, GreenCampus, GreenWork und Mandautal. Sie verbinden unter anderem die klimaresiliente Entwicklung der Innenstadt (GreenCity), die stärkere Vernetzung von Hochschule und Stadt (GreenCampus), die Entwicklung zukunftsfähiger Wirtschaftsstandorte (GreenWork) sowie die Aufwertung der Mandau als blau-grünes Band durch Zittau. Eine besondere Rolle spielt die Lage Zittaus im Dreiländereck und die Zusammenarbeit mit Partnern in Polen und Tschechien.

Oberbürgermeister Thomas Zenker begrüßt die Entscheidung des Stadtrates: „Wir bewerben uns nicht einfach um eine große Veranstaltung. Wir sehen die Chance, die nachhaltige Stadtentwicklung in Zittau zu beschleunigen. GreenZitty ist der langfristige Weg, die Landesgartenschau 2032 wäre ein toller Meilenstein, geradezu ein Katalysator auf diesem Weg. Entscheidend ist für mich, dass das, was wir bis 2032 schaffen, auch weit darüber hinaus einen Wert für die Menschen in Zittau hat.“

Als konkrete Maßnahmen seien die Einbindung der ehemaligen Robur-Gebäude direkt am Bahnhof als Ausstellungsschwerpunkt (Blumenhalle), genau wie die Aufwertung des gesamten Bahnhofumfeldes genannt. Das Areal bildet einen der Zugangspunkte zur Stadt und zur Landesgartenschau. Das räumliche Gegenstück bilden der Martin-Wehnert-Platz und das neu entstehende nachhaltige Gewerbegebiet als Stadteingang aus Tschechien und Polen. Dazwischen liegen die historische Innenstadt mit dem Grünen Ring, der Hochschulcampus als öffentlicher Wissens- und Freiraum und die Mandau als erlebbarer Flussraum, die mit dauerhaften und temporären Maßnahmen eingebunden werden sollen. Die Schmalspurbahn soll eine der Mobilitätsachsen sein.

Einen detaillierten Einblick in die Konzeption, die der Bewerbung zugrunde liegt, bekommen die Bürgerinnen und Bürger und alle Interessierte am Sonntag, den 13.09.2026 10-15 Uhr auf dem Marktplatz Zittau. Auch die nächste Einwohnerversammlung am 07.10.2026 18 Uhr im Rathaus Zittau widmet sich diesem Thema. 

Mit dem Beschluss müssen Investitionen und weitere Ausgaben der Stadt Zittau stark priorisiert werden. Das erfolgt nun im Rahmen der Haushaltserarbeitung. Erste Vorschläge hatte die Verwaltung im Stadtrat bereits vorgelegt. 

OB Zenker: „Wir wollen gern einen überregionalen Aufschlag machen. Aber der heutige Beschluss ist kein Freibrief für jede denkbare Maßnahme. Wir werden sehr genau unterscheiden: Was braucht Zittau ohnehin? Was kann durch die Landesgartenschau sinnvoll beschleunigt werden? Und was wäre ausschließlich für die Veranstaltung notwendig? Gerade bei der letzten Kategorie müssen wir besonders kritisch sein.“

Die Bewerbung muss eingereicht werden bis zum 31.10.2026. Der Freistaat Sachsen entscheidet über die Vergabe der Landesgartenschau 2032 nach derzeitigem Kenntnisstand zum Jahresende.