Trinationale Brandschutzübung
Am Samstag, dem 11. April 2026, trafen sich bereits in den frühen Morgenstunden Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Hrádek nad Nisou, Jablonné v Podještědí, Krásná Studánka und Zittau bei der gastgebenden Feuerwehr Oybin/Lückendorf im Gerätehaus Lückendorf. Ziel war die Durchführung einer ganztägigen Ausbildung zur Flächen- und insbesondere Waldbrandbekämpfung.
Vor dem Hintergrund zunehmender Trockenperioden und steigender Temperaturen gewinnen Vegetationsbrände auch in Mitteleuropa immer mehr an Bedeutung. Die Bekämpfung von Wald- und Flächenbränden unterscheidet sich dabei grundlegend von alltäglichen Wohnungsbränden. Häufig erschweren eine begrenzte Wasserversorgung, unwegsames Gelände, sowie wechselnde Witterungsbedingungen die Lage zusätzlich. Alle diese Faktoren sorgen dafür das der Brand seine eigene Dynamik entwickelt und um diesen Eigenleben wirksam begegnen zu können, sind spezielle Kenntnisse, angepasste Taktiken und regelmäßige praxisnahe Ausbildungen unerlässlich.
Im Rahmen der Ausbildung wurden verschiedene Schwerpunkte gesetzt. Dazu gehörten unter anderem die Beurteilung von Gelände und Vegetation, die sichere und effektive Handhabung spezieller Handwerkzeuge zur Brandbekämpfung ohne Wasser sowie das Schlauchmanagement in schwierig zugänglichem Gelände. In mehreren Ausbildungsgruppen durchliefen die Teilnehmer unterschiedliche Stationen und konnten ihr Wissen unmittelbar praktisch anwenden und vertiefen.
Ein besonderer Fokus lag auf modernen und zugleich ressourcenschonenden Einsatzmethoden. So wurde unter anderem der sogenannte Pump-&-Roll-Betrieb praktisch geübt, bei dem Löschfahrzeuge während der Fahrt Wasser abgeben können, um schnell auf sich ausbreitende Brände zu reagieren. Ebenso kam spezielles Gerät wie das Gorgui-Waldbrandtool zum Einsatz, welches sich insbesondere für die manuelle Eindämmung von Bodenfeuern bewährt hat. Darüber hinaus bot die Ausbildung eine wertvolle Gelegenheit zum Austausch über Ausrüstung, Vorgehensweisen und Erfahrungen – auch über Ländergrenzen hinweg.
Unterstützt wurde die Ausbildung durch das international tätige Expertenteam von FireToolBox. Die Spezialisten brachten umfangreiche Erfahrungen aus Einsätzen in verschiedenen europäischen Ländern ein und vermittelten praxisorientierte Lösungsansätze. Bereits im Vorfeld der Veranstaltung wurde durch das Team eine rund zweistündige Online-Schulung durchgeführt, um alle Teilnehmer auf einen einheitlichen theoretischen Wissensstand zu bringen.
Die Ausbildung fand im Rahmen des EU-Projektes „Klimawandel kennt keine Grenzen“ statt. Dieses Projekt unterstreicht die Notwendigkeit einer engen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen des Klimawandels. Wald- und Flächenbrände machen nicht an nationalen Grenzen halt – umso wichtiger ist es, dass Einsatzkräfte aus verschiedenen Ländern gemeinsam trainieren, voneinander lernen und einheitliche Vorgehensweisen entwickeln.
Nach einem intensiven und lehrreichen Ausbildungstag kehrten die Teilnehmer am Nachmittag in ihre Heimatwehren zurück. Neben zahlreichen praktischen Eindrücken konnten sie wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Einsätze und Ausbildungsdienste mitnehmen, die nun in den jeweiligen Feuerwehren weitergegeben werden.
Ein besonderer Dank gilt den Feuerwehren Oybin und Lückendorf, die mit großem Engagement für eine hervorragende Organisation und optimale Ausbildungsbedingungen sorgten und damit maßgeblich zum Erfolg dieser Veranstaltung beitrugen.